Zytologie

 

letzte Änderung: 28 Januar, 2008

Zytologie, FISH und ISH

Der Nachteil von zytologischen Präparaten im Vergleich zur Histologie, ist die Dissoziation der Zeilen mit nur zum geringen Teil beurteilbarer Architektur des Gewebeverbandes. Ein wichtiges Kriterium für Entität und Dignität fehlt damit. Eine Zelle ist in der Regel nur einmal färbbar, histologisch kann mit Schnitten von wenigen Mikrometer Dicke der gleiche Gewebeverband, z.T. die gleiche Zelle mit verschiedenen histochemischen und immunhistochemischen Färbungen charakterisiert werden.

Zytologische Untersuchungen können aber durchaus sinnvoll sein, z.B. wenn Flüssigkeiten (Aszites, Pleuraergüsse, Urin, peripheres Blut) oder zystische, flüssigkeitshaltige Läsionen (Schilddrüsenknoten) untersucht werden müssen. Dabei werden Ausstrichpräparate angefertigt. Durch Zentrifugieren kann man oft zusätzlich einen Gewebeblock für histologische und immunhistologische Untersuchungen herstellen und so die Vorteile beider Methoden kombinieren.

Ungefärbte zytologische Tupf-oder Ausstrichpräparate eigen sich besonders gut für molekularpathologische Untersuchungen mit der FISH (Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung) Technik. Dabei zeigen fluoreszenzfarbstoffmarkierte Sonden Verluste und Gewinne von Chromosomen oder Chromosomenteilen oder Translokationen. Mehrere Fluoreszenzfarbstoffe ermöglichen multiple Untersuchungen an einem einzigen Zellkern.

Beispiel:

zytobildZytologie eines Leberzellkarzinoms (HCC): Die Zellkerne sind unterschiedlich groß und z.T. entrundet, es finden sich vakuoläre Kerneinschlüsse und grobe, z.T. multiple Nukleolen (Kernkörperchen). Der trabekuläre Zellverband hängt an einem Endothelstreifen (rosa), ein typischer Befund für die atypisch vaskularisierten Sinus des HCC.

(Giemsa Färbung, 400 x Vergrößerung)